Unsere Theater-AG gibt es nun schon seit etwa zwanzig Jahren. Bisher hat sie es in fast jedem Jahr geschafft, mindestens eine Inszenierung auf die Bühne zu bringen.
Über die Jahre sind das ganz unterschiedliche Stücke gewesen, und auch die Teilnehmer waren mal nur Unterstufenschüler, mal Mittel- oder Oberstufler, und manchmal auch eine Zusammensetzung von verschiedenen Altersgruppen.
Und das waren unsere bisherigen Inszenierungen:
1987 Kotzebue Cleopatra
1988 Alfred Jarry König Ubu
1989 Arthur Miller Hexenjagd
1990 J.W.Goethe Faust
1990 Verschiedene Ein Leben im Kanal (Revue)
1991 Franken/Bauer/Gross Buntwäsche 60° Abstraktes Figurentheater mit Kompositionen von Bernd Thewes
1991 St.Heym/H.Burge Nachts sind alle Mörder schwarz (Tom Sawyer)
1992 Jewgenij Schwarz Der Drache
1994 Verschiedene Tauschen und Täuschen (Szenencollage)
1996 Jörg Scheibe Don Quichotte
1996 L.Rasumowskaja Liebe Jelena Sergejewna
1997 F.K.Waechter Kiebich und Dutz
1997 Jörg Scheibe Die Lüge von Hameln
1998 Molière Der Menschenfeind
1999 Peter Shaffer Black Comedy (in englischer Sprache)
2000 William Golding Herr der Fliegen
2001 Willi Russell Hahnen und Hennen
2002 Verschiedene Das Domino Projekt
"Das Domino Projekt" entwickelte sich aus einer Gruppe, die während der vorletzten Projekttage das "Dominoprinzip" der fallenden Holzklötzchen im großen Stil erkundete: ein ganzes Klassenzimmer wurde zum Schauplatz einer Kettenreaktion, an der unzählige Dominos, Spielautos und Murmeln beteiligt waren. Etwa 15 Meter lang war damals die Kette, die nach und nach durch einen einzigen Auslöser zu Fall gebracht wurde.
Die Faszination einer solchen Kettenreaktion ließ uns nicht los, und so wurde der Gedanke geboren, das gleiche Prinzip auf der Bühne szenisch darzustellen. Wir überlegten und suchten in der Theaterliteratur nach "Fällen", die als Auslöser noch andere "Fälle" zur Folge haben.
Im Grunde ist der allererste "Fall" ein solcher Fall, nämlich der Sündenfall. Deshalb fangen wir im Wortsinn bei Adam und Eva an. Bei Kain und Abel geht es weiter, denn dort beginnt ja die Kettenreaktion der Gewalt unter den Menschen. Der nächste Fall: Julius Caesar fällt, bzw. wird gefällt. Dann geht’s bei Brecht weiter: Galileo Galilei ist als aufgeklärter Mensch im ausgehenden Mittelalter vor der Entscheidung gestellt: steht er zur Wahrheit seiner Forschungsergebnisse oder fällt er um und rettet sich das Leben?
So reiht sich ein Fall an den anderen, bis in unsere Zeit. Die Fälle sind keineswegs bloß negativ, denn wir haben alle den Fall der Mauer erlebt. Allerdings haben wir im Fernsehen auch den Fall zweier Riesentürme gesehen, und die Kettenreaktion, die deren Umstoß auslöste, ist mitten im Gange.
2003 Wedekind: Frühlings Erwachen
2004 Frisch: Andorra
2004 Fauquez: Ambrosio zieht in den Krieg
Die Theater-AG meldet sich zurück – Anfang März gibt sie „Ambrosio zieht in den Krieg“. Es geht darin um zwei Dörfer, die soweit friedlich neben einander her leben, bis sich die Waffenschmiede und Waffenhändler beider Seiten verbünden. Die lassen dann keine Gelegenheit aus um Unfrieden und Zwietracht zu stiften – angeblich im Namen der Gerechtigkeit, in Wahrheit um des lieben Profits willen. Es kommt zur Konfrontation der beiden Dorfarmeen und auch fast zur Katastrophe. Doch da lassen sich der listige Gastwirt Ambrosio und seine hübsche Tochter Zenia etwas einfallen um ihre Pläne zu durchkreuzen.
Ähnlichkeiten mit der Zeitgeschichte sind nicht zufällig: das Stück (aus der Feder der Belgier Elisabeth und Arthur Fauquez) entstand 1990 unter dem Eindruck des ersten Golfkriegs, unsere Proben begannen im Februar 2003 unter dem Eindruck des zweiten.
Mit einem Ensemble von 15 Sechst- bis Achtklässlern, zwei Regieassistenten aus der Zehnten Klasse und unzähligen technischen und künstlerischen Zuarbeitern entsteht wieder ein Theaterabend, der dem tollen Dürkheimer Aula-Publikum die Treue danken soll.
2005 Dürrenmatt: Romolus der Große
2005 Orpheus in der Unterwelt
2006 Thornton Wilder: Unsere kleine Stadt - Das Bühnenexperiment
2006 Wolfgang Hildesheimer: Mary Stuart
2007 Jens Kroker: Der Totentanz des Peter Wirt
2008 Max Frisch: Graf Öderland
Regie: Linus Ebner (MSS 12) , Hauptrolle: Niels Vocke (MSS 11)
Was passiert wenn jemand, der die meiste Zeit seines Lebens damit verbracht hat, die „Grenzen und Gesetze“ des Staates zu studieren, beginnt an deren Sinn zu zweifeln?
Genau das passiert in „Graf Öderland“ einem Staatsanwalt. Die Anklagen und Dokumente, die sich auf seinem Schreibtisch türmen, scheinen ihn krank zu machen. Er „fühlt sich nimmer zu Hause in seinen vier Wänden“. Ein Gefangener der Ordnung, ein Knecht der Arbeit, ein Diener der Pflicht. Die Sehnsucht nach „Leben“ äußert sich in ihm, er möchte ausbrechen. Ausbrechen aus der Ordnung und aus allen Grenzen. Er greift zur Axt...
In „Graf Öderland“ geht es um den Menschen und seinen Traum der Freiheit. Es geht aber auch um sehr aktuelle Themen in Politik und Zeitgeschehen.
Autoren: Mervin Whittaker, Linus Ebner







