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Erdkunde

 

Ruhrgebietsexkursion 2012

 

Phoenix-See

Nach der Busfahrt ging es für uns, die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe, erst einmal zum Phoenixgelände nach Dortmund, der 7. größten Stadt Deutschlands. Das heutige Phoenixgelände bestand früher aus Hochöfen und Stahlwerken. Heute bildet 1/3 der Fläche der künstlich angelegte Phoenix-See. 

 

Neubaugebiet Phoenix-See Schlechtes Wetter,
 gute Laune

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bei anhaltendem Regen nahmen wir an einer Führung rund um den See teil, welcher ein bedeutendes Naherholungsgebiet für Dortmund werden soll. Auch für die Freizeitgestaltung ist gesorgt: So fand wenige Tage vor unserem Besuch der BMW Sailing Cup statt. Geplant ist ein Ausbau der Infrastuktur z.B. durch die Eröffnung von Gastronomie und Freizeitbetrieben, was zur Gentrification (Aufwertung) des ehemaligen Sumpfgeländes führt. 

 

Zum Bau dieses Sees wurde der kanalisierte Fluss Emscher umgeleitet und wird derzeit renaturiert. Wenn man sich für ein idyllisch liegendes Grundstück interessiert, muss man mit Preisen von ca. 300€ pro qm rechnen - Fluglärm des ansässigen Flughafens Dortmund inklusive. 

 

 

Hüttenwerke Krupp Mannesmann

Am zweiten Exkursionstag besuchten wir das Hüttenwerk Krupp Mannesmann GmbH (HKM). Dort erhielten wir zuerst eine Einweisung, wichtige Informationen zum Unternehmen und zum Standort Duisburg. Jährlich werden in den zwei letzten in Duisburg noch aktiven Hochöfen 19 Mio. Tonnen Stahl gegossen. Die jährliche Weltmarktproduktion liegt bei 1,4 Milliarden Tonnen. Deshalb setzt man bei HKM auf eine umfangreiche Produktionspalette und man produziert nur auf Anfrage bis zu 2000 verschiedene Stähle.

 

 

 

Zwei pensionierte Werksarbeiter erklärten uns in ihrer großväterlich-entspannten Art, dass das Unternehmen mit einem Umsatz von 2,6 Mrd. € und einem Kapital von 103 Mio. € produziert. Doch die Konkurrenz, v.a. aus dem asiatischen Raum ist groß und wächst stetig. So vergrößerte China seine Produktion von 127 Mio. Tonnen Stahl (Stand: 2001) auf 627 Mio. Tonnen Stahl (Stand: 2010). In den letzten fünf Jahren vervierfachte sich der Erzpreis, da China den Markt „leerkaufte“, außerdem verfünffachte sich der Kokspreis. Die Reaktion von HKM war die Selbstversorgung mit Koks auf dem eigenen Firmengelände.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann wurden wir mit Arbeitskleidung und „Headsets“ ausgestattet und erhielten eine Werksrundfahrt in unserem Bus. Im Anschluss besichtigten wir das Stahlwerk. In diesem Werk arbeiten heute rund 3000 Mitarbeiter. 

 

Das Verfahren der Stahlproduktion lässt sich in drei größere Schritte unterteilen: Zunächst wird Steinkohle zu Koks veredelt. Dies geschieht durch Erhitzen der Kohle und anschließendes Herunterkühlen durch Wasser. Die erkaltete Kohle und das Eisen werden dann im Hochofen zusammen erhitzt und in circa 30 Minuten werden alle Verunreinigungen durch die große Hitze und die Bindefähigkeit des Kokses entzogen. Große Hohlräume in der Schichtung ermöglichen, dass Luft durch den Hochofen ziehen kann. Das Ergebnis ist reines Eisen aber mit einem zu hohen Kohlenstoffanteil. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Im Konverter (links) werden dem Roheisen Schrottteile beigefügt. Über eine sogenannte „Lanze“ wird Sauerstoff eingeblasen und verbindet sich mit dem Kohlenstoff (Oxidation). Das Ergebnis ist Stahl, der je nach Zusammensetzung des Schrotts unterschiedliche Eigenschaften aufweist. Je nach Verwendungszweck können diese dann in unterschiedlichste Formen gegossen werden. Dieser nun in Brammenstangen-, oder Rundstangenform vorliegende Stahl muss nun zuerst abkühlen und wird dann zum Abtransport vorbereitet. Hauptsächlich wird nun über Güterverkehr, und vor allem über den Schiffsweg transportiert. Dies ist nach wie vor der günstigste Transportweg.

 

 

Gasometer Oberhausen

Am letzten Tag besuchten wir den Gasometer in Oberhausen. Die schlichte Architektur des Gebäudes ließ von außen nicht viel erahnen. Lediglich die Höhe von 117,5 Metern wusste zu beeindrucken. Die Konstruktion steht wie ein Eimer im vielen Grün der Bäume Oberhausens.

 

 

Der Oberhausener Gasometer wurde 1929 erbaut und diente der Speicherung von Gasen aus der nahegelegenen Gutehoffnungshütte. Im Innern befand sich ursprünglich eine extra beschwerte Betonscheibe, die sogenannte Gasdruckscheibe. Abhängig von der vorhandenen Gasmenge hob oder senkte sich die Scheibe im Gasometer und konnte so den Druck des Gases im Inneren konstant halten. Der im Durchmesser 68 Meter messende Gasometer Oberhausens war der größte Gasbehälter Europas. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet es bei Reparaturarbeiten der Kriegsschäden in Brand und musste neu aufgebaut werden. Schlussendlich wurde der Betrieb 1988 eingestellt und es wurde 1993/94 zu einer Ausstellungshalle umgebaut.

 

 

Im Innern des Gasometers erwartete uns die Ausstellung " Magische Orte - Natur- und Kulturmonumente der Welt". Diese besteht im Wesentlichen aus großen, beeindruckenden Bildern, die das im Titel der Ausstellung Versprochene mehr als hielten. Zwischen den Bildern waren immer wieder Ausstellungstücke zu sehen, wie der Querschnitt eines riesigen Redwood Mammutbaumstammes. Der Großteil der Ausstellung befand sich auf den ersten beiden Stockwerken. 

 

 

Doch wirklich beendet ist der Besuch des Gasometers erst, nachdem man auf dem Dach war. Oben angelangt, bot sich ein eindrucksvoller Blick, nicht nur über Oberhausen, sondern über das gesamte Ruhrgebiet. Von dort oben konnte man auch gleich den Weg zum nächsten McDonalds ausfindig machen. Letztlich wurden viele Erwartungen doch übertroffen und allein der großartige Ausblick vom Dach des Gasometers lohnt einen Besuch.

 

 

Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Als letzten Programmpunkt besuchten wir - wie 400.000 andere Besucher im Jahr - das deutsche Bergbaumuseum Bochum. Wir besichtigten dort den unterirdischen Teil und begaben uns somit 17m tief in die Strecken eines Bergbauwerkes.

 

 

Kohleabbau im Ruhrgebiet ist aber heute nur noch bei 800 - 1000m Tiefe möglich. Ein großes Problem hierbei stellt die enorme Hitze dar (natürliche Umgebungstemperatur bis 42° C). Bei unserem Rundgang durch das Werk erfuhren wir eine Zeitreise durch die Geschichte der Kohleabbaumethoden von Schlegel und Eisen bis hin zum Doppelwalzenlader. Die neuste ausgestellte Version kann 7.000 t Kohle pro Tag abbauen.

 

Die Maschinen wurden gezeigt, vorgeführt und teilweise von uns selbst bedient. Durch die hohen Sicherheits-vorschriftenund die damit verbundenen Kosten kann Deutschland heute nicht mehr mit ostasiatischen Ländern mithalten und der Kohleabbau soll 2018 eingestellt werden. Wie im Film "Das Wunder von Lengede" zu sehen ist, konnten auch wir eine original Rettungsbombe betrachten, die schon damals elf Kumpeln das Leben rettete. Diese Rettungsmethode wird noch heute verwendet, wie man am Beispiel Chile (2010) sehen konnte. 

 

Zum Abschluss fuhren wir auf die Aussichtsplattform des Fördergerüsts auf 60m Höhe und betrachteten die Umgebung.

Glück auf!

 

 

verfasst von Kurs Ek1 (2011/2012)

Leitung: Annette Reisch

Redaktion: Stefan Maroschek

 

Bildmaterial z.T. zur Verfügung gestellt von HKM

 

Links:

www.phoenixseedortmund.de/Home.html

www.hkm.de/hkm.html

www.gasometer.de/de_DE/index.php

www.bergbaumuseum.de/index.php

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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