Sozialkunde

 

Beispiele unserer außerunterrichtlichen Aktivitäten:

 

Die 5c und die 6c im Mainzer Landtag

„Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen“ (Max Frisch).

Demokratieerziehung beginnt zu Hause und findet auch in Kindergarten und Schule statt. Wo Menschen zusammenleben und –arbeiten, müssen immer wieder Lösungen für Probleme gefunden werden. Dies geschieht oft im gemeinsamen Ringen um einen Konsens oder einen Kompromiss. Klassensprecher/innen, Schülersprecher/innen und Verbindungslehrer/innen sind schulische Beispiele für demokratisch gewählte Vertreter, um Schülerinteressen zu kommunizieren und einzubringen. Auch die Klassenleiterstunde wird genutzt, um demokratische Prozesse einzuüben.

Das Fach „Sozialkunde“ wird zurzeit erst ab Klassenstufe 9 unterrichtet. Da die Landesregierung verstanden hat, dass man nicht früh genug mit der politischen Bildung beginnen kann, wird Sozialkunde ab 2021/2022 bereits ab der achten Klasse und mit mehr Stunden als bisher in der Mittelstufe unterrichtet werden. Doch sollte man nicht sogar schon früher beginnen?

Am Studientag im September besuchte ein Teil des Kollegiums den Landtag, um auszuloten, inwieweit dieser als Exkursionsziel für Klassen in Frage kommt. Da das Landtagsbesuchsprogramm derzeit massiv ausgebaut und an die Bedürfnisse jüngerer Kinder angepasst wird, meldeten wir zwei Klassen der Orientierungsstufe an.

Die Klasse 5c durfte am 13. Januar den Anfang machen, die 6c fuhr am 22. Januar 2020 nach Mainz. Die Veranstaltung fand im Plenarsaal statt, so dass die Kinder die Plätze der Abgeordneten einnehmen und die Atmosphäre sowie die Arbeit vor Ort selbst erleben konnten. Nach einer theoretischen Einführung konnten die Schüler praktisch arbeiten. Sie setzten sich mit ihren eigenen Erfahrungen mit digitalen Medien auseinander und sammelten Pro- und Contra-Argumente zum Thema „Digitalisierung von Schulen – Sollen alle Kinder mit Tablets ausgestattet werden?“. Die daran anschließende „Parlamentssitzung“ empfanden die Kinder als Höhepunkt des Tages. Die Klasse war in zwei „Fraktionen“ aufgeteilt: die Mitglieder der „Koalition“, welche den Antrag auf Digitalisierung ins Parlament einbrachten, und die „Opposition“, die sich gegen die Einführung von Tablets entschieden hatte. Es wurden zunächst ein Landtagspräsident und die Fraktionsvorsitzenden gewählt. Der Präsident eröffnete die Sitzung und die Fraktionsvorsitzenden trugen die Argumente der Parteien am Rednerpult vor. Anschließend fand die Debatte der Abgeordneten statt, hierbei erteilte der Präsident Rederechte und schaltete die Mikrophone frei. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und ernsthaft bei der Sache: Begründungen wurden formuliert, Argumente ausgetauscht und widerlegt. So ergab sich ein differenziertes Bild. Gründe des Umweltschutzes wurden genauso benannt wie pädagogische oder medizinisch-psychologische Kriterien. In der abschließenden Abstimmung konnte die „Opposition“ jeweils den Sieg für sich verbuchen, denn sie konnten durch ihre gute Argumentation zwei Mitglieder der „Koalition“ überzeugen,  gegen den Antrag zu stimmen (5c) bzw. sich zu enthalten (6c). Durch die so entstehende Stimmengleichheit war der Antrag abgelehnt. Auch das ist Demokratie: Jeder Abgeordnete ist frei und nur seinem Gewissen verpflichtet.

Die Klasse 6c war an diesem Tag genauso begeistert bei der Sache wie die Fünftklässler und sie waren so vertieft in das Thema, dass auch beim Mittagessen weiter Argumente gesammelt, Pläne und Strategien geschmiedet wurden, um die Gegenseite zu überzeugen. Ein weiterer Lerneffekt war, dass die Kinder erfuhren, dass man sich auf der Sachebene durchaus uneins und in der Debatte heftige Gegner sein kann, aber am Ende des Tages trotzdem als Freunde nachhause geht.

Der Tag am außerschulischen Lernort im Landtag bot viel Abwechslung und Lernzuwachs, neue Eindrücke, erforderte Mut, um für sich und seine Meinung einzustehen und war für alle Beteiligten ein absolut gelungener Tag und ein voller Erfolg.

Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder dabei sein können und bedanken uns herzlich beim Landtag Rheinland-Pfalz für diese tolle Möglichkeit.

Karoline Ries, Tamara Kirschner und Juliane Krah

 

Exkursion der beiden Leistungskurse Sozialkunde 12 nach Berlin    

 

„Politik hautnah erleben“ – das war das Motto der Exkursion der beiden LKs Sozialkunde der MSS 12 vom 11. bis 15. November 2015 nach Berlin.

 

Auf Einladung des Bad Dürkheimer Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger (CDU), der selbst vor einigen Jahren am WHG sein Abitur ablegte, machten sich die beiden Leistungskurse für viereinhalb Tage auf den Weg nach Berlin.

 

Die Bundestagseinladung ermöglichte es, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: wir verfolgten die Debatte im Parlament, genossen den Blick von der Kuppel über die Hauptstadt und erlebten das Parlamentsgeschehen. Im Gespräch mit dem Abgeordneten erfuhren wir viel über Ausschussarbeit, Treffen mit Experten und verschiedenen Beratungsgremien und erkannten, dass sich nur ein Teil der politischen Arbeit im Plenum des Bundestages abspielt.

 

Im weiteren Verlauf unseres Berlin-Programms besuchten wir das Bundesministerium für Verteidigung, wo wir in einem Vortrag über die Arbeit des Ministeriums und der Bundeswehr sowie aktuelle Einsätze informiert wurden und in einer anschließenden Gesprächsrunde unsere eigenen Fragen und Kritik loswerden konnten.

 

Den Freitagmorgen nutzten wir, um selbst in die Rolle von Entscheidungsträgern zu schlüpfen – zumindest kurzzeitig: Im Bundesrat erwartete uns neben der Führung durch das Haus vor allem ein Planspiel, bei dem in Gruppen die Mitwirkung der Länder an der Gesetzgebung simuliert wurde. Eine spannende Erfahrung!

 

Als weitere Institution besuchten wir das Bundeskanzleramt – die Hochsicherheitsatmosphäre beim Einlass, die Architektur und die Dimensionen des Gebäudes – eine besondere Atmosphäre!

 

Einblicke in das Thema Medien bekamen wir im ARD-Hauptstadtstudio, welches in direkter Nähe zum Bundestagsgebäude seine Polit-Talks, aktuelle Sendungen und Wahlsendungen produziert. Live dabei waren wir zudem am Donnerstagabend bei der ZDF-Sendung Maybrit Illner, bei der die prominenten Gäste (u.a. Grünen-Chef Cem Özdemir und Kanzleramtsminister Peter Altmaier) zum Thema Flüchtlingsdebatte diskutierten.

 

Einen Ausflug auf die politische Landesebene unternahmen wir bei dem Besuch der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in den Ministergärten, einem Areal, in dem sich einige der Bundesländer durch ihre Vertretungen präsentieren.

 

Berlin – das heißt auch immer Konfrontation mit der wechselhaften deutschen Geschichte und insbesondere der Phase der Teilung. Die Schreckensseiten des DDR-Regimes bekamen wir bei dem Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen zu sehen. Zwei Zeitzeugen und selbst ehemalige Insassen des Gefängnisses erzählten von den menschenunwürdigen Bedingungen der Haft, den strategischen Verhörmethoden der Stasi-Beamten und vor allem von ihrer eigenen beeindruckenden Lebensgeschichte.

 

Den Abschluss unseres Berlin-Besuchs bildete am Sonntagmorgen das Deutsche Historische Museum: Auf mehreren Etagen konnten wir in die Epochen der deutschen Geschichte seit dem Mittelalter eintauchen und unsere eigenen Schwerpunkte setzen. Einige nutzten die Zeit auch für einen Blick auf die East-Side-Gallery oder den Besuch des Museums am Checkpoint Charly.

 

Am frühen Sonntagnachmittag brachte der Zug uns wieder zurück nach Bad Dürkheim – im Gepäck zahlreiche Eindrücke unserer vielseitigen Hauptstadt, die mit ihrer Fülle an Institutionen, politischen Einrichtungen, Orten der Geschichte und den dortigen Begegnungen verdeutlicht, was Demokratie heute für uns bedeutet.

 

Die Kurse 12SK1 (Krah) und 12SK2 (Hoff)

 

 

 


 

 

150 Euro für die Kurskasse

 

Der Leistungskurs Sozialkunde 11 des Werner-Heisenberg-Gymnasiums Bad Dürkheim ist unter den Preisträgern des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung 2011

 

Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Die Schülerinnern und Schüler des Sozialkundekurses haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema „Kulturelle Vielfalt – zusammen mehr erreichen“ hat sie offensichtlich intensiv beschäftigt und zu großer Kreativität angespornt. Die Anstrengung wurde jetzt mit einem Preis belohnt: 150 Euro fließen in die Kurskasse.

„Über Bekanntschaften von Kursmitgliedern zu Firmen, Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen in der Umgebung konnten wir gute Kontakte zu Migranten herstellen.“, sagte Johanna Bruns. Ein Fragekatalog, der als Grundlage ausgewertet wurde, sowie umfassende Recherche führten zu dem gelungenen Wettbewerbsbeitrag, in dem die Arbeitsmigration in Deutschland fokussiert wurde.

Die Konkurrenz, gegen die sich die WHGler durchsetzen konnten, war riesig. Fast 50.000 Jugendliche der 5. – 11. Jahrgangsstufe aus Deutschland und Österreich haben beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2011 mitgemacht. 2.478 im Team erarbeitete Projektergebnisse waren zu bewerten. Die Jury setzte sich aus Fachlehrkräften sowie Mitarbeitern einiger Kultusministerien zusammen. Neben dem Thema „Kulturelle Vielfalt“ hatten die Kinder und Jugendlichen viele weitere Aufgabenstellungen zur Auswahl: „Alle mal mithelfen! Soziales Pflichtjahr Pro und Contra“, „Was trägst du denn da – politisches Statement oder Modetrend?“, „Stadtgeschichte(n) – hautnah“, „Deine Visitenkarte im Netz“ und das freie Thema „Politik brandaktuell“.

Der angesehene Schülerwettbewerb, der unter der Schirmherrrschaft des Bundespräsidenten steht, möchte wichtige Themen in die Schulen hineintragen, methodische Anstöße geben und so die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer unterstützen.

 


KULTURELLE VIELFALT – ZUSAMMEN MEHR ERREICHEN

 

PROJEKTBERICHT

 

Begonnen haben wir unser Projekt damit eine Facebook-Gruppe zu gründen, die dafür angelegt wurde, erste Gedanken zu sammeln. So hatte jeder die Möglichkeit außerhalb der Schule gute Einfälle zum Projekt direkt den anderen mitzuteilen. Es sammelten sich einige Überlegungen z.B. dazu, wie wir die Aufgaben angehen wollen.

Über Bekanntschaften von Kursmitgliedern zu Firmen, Kindergärten, Schulen ect konnten wir Kontakte zu Migranten herstellen. Der nächste Schritt war dann einen Fragebogen für diese Firmen und anderen Einrichtungen zu erstellen, in denen Migranten arbeiten. Dabei unterschieden wir zwischen Migranten und den deutschen Mitarbeitern der Migranten.

Anschließend befassten wir uns genauer mit dem Thema „Kulturelle Vielfalt“. Wir recherchierten und verfassten erste Texte. Um nun eine Verbindung zwischen der Integration in Deutschland und dem Fragekatalog herzustellen, fokussierten wir uns noch auf ein spezielleres Thema, die Arbeitsmigration.

Aufgrund dieses Hintergrundwissens gelang es uns somit, die Fragebögen besser auszuwerten. Mithilfe unserer Ergebnisse gestalteten wir Diagramme. Zum Schluss zeichneten sich 3 Einrichtungen ab, welche die

kulturelle Vielfalt erfolgreich nutzen. Diese 3 Einrichtungen haben wir uns genauer angesehen und sie in unserem Wettbewerbsbeitrag vorgestellt.

 

 Unser Kurs (nicht abgebildet:  Ch. Gaiser, F. Fuhrmann und S. Volkmer,

da sie unsere Schule bei „Jugend trainiert für Olympia“ repräsentierten)

 

 

 

 WAS IST KULTURELLE VIELFALT?

 

„Kultur“ ist in unserer Gesellschaft ein sehr häufig benutzter Begriff. Ursprünglich leitete man ihn vom Lateinischen „colere“ ab, was so viel heißt wie bebauen, pflegen. Folglich beschrieb der Begriff „Kultur“ die Art und Weise, wie die Menschen mit der Natur umgingen. Damals war dies auf die Landwirtschaft bezogen. Im Laufe der Zeit wurde die ursprüngliche Bedeutung auf andere Bereiche ausgeweitet. Deshalb gilt heute z.B. auch Kunst als ein kulturelles Erbe einer Gesellschaft. Gerade durch die unterschiedlichen Entwicklungen der Kulturen zeichnen sich verschiedene Gesellschaften aus. Wenn es zu einem Zusammenkommen dieser Gesellschaften kommt, dann sprechen wir von kultureller Vielfalt.

Diese Vielfalt bietet einige Möglichkeit, damit angefangen, sich durch den Kontakt mit Menschen aus anderen Nationen auszutauschen. Besonders interessant können hierbei charakteristische Aspekte, wie bestimmte Traditionen eines Landes sein. Eine gute Gelegenheit zur Erweiterung des eigenen Horizontes. Auch voneinander Lernen bringt Abwechslung in Arbeitsprozesse oder auch im privaten Bereich, sei es „nur“ das Kochen.

Darüber hinaus hat Deutschland auch ein wirtschaftliches Interesse an der Einwanderung. Mit dem Rückgang der Geburtenrate hängt ebenso ein Rückgang der Arbeitskräfte zusammen, was für die Sozialversicherungen weniger Beiträge zur Folge hat. Wie sich dieses Defizit z.B. auf die Renten auswirkt, ist noch nicht endgültig geklärt. Auch wenn Migration die Probleme des demographischen Wandels nicht löst, denn auch die sozialversicherungspflichtigen Migranten werden älter, so bringt es doch zumindest einen positiven Effekt für diese Kassen.

Ein weiterer Punkt ist allerdings viel interessant für die deutsche Wirtschaft. Wie man dem Artikel „Angst vor dem Scheitern“ der  SZ8) entnehmen kann, sind lediglich zwischen 10 und 11% der Erwerbstätigen in Deutschland selbstständig. Den Grund dafür gibt schon der Titel. Die gut ausgebildeten Migranten sind diesbezüglich mutiger. 2009 war jeder 5. selbstständige Gründer ein Migrant9). Aber nicht nur das. Sie sorgen auch für mehr Wettbewerb auf dem Markt der Dienstleistungen. Dass man sich heute für 5€ die Haare schneiden lassen kann ist mit Sicherheit auch den Migranten zu verdanken.