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Juda / Judäa

 

Juda / Judäa

 

Jerusalem Jericho Bethlehem Herodeion
       
       

 

 

Bethlehem

31° 42′ N,

35° 12′ E

 

Bethlehem ist der Ort der Inkarnation. Ob Jesus wirklich hier und unter den Umständen, die das Lukasevangelium schildert, geboren wurde, ist in der Forschung mehr als umstritten. Gefeiert wird hier nicht die historische Geburt eines Menschen, der erst viele Jahre später öffentlich in Erscheinung tritt und dessen Kindheitsgeschichten verständlicherweise historisch im Dunkeln liegen. Es ist kein Erinnerungsort, an dem man eines normalen menschlichen Ereignisses gedenkt. Anders als bei der Grabeskirche in Jerusalem (als historischem Ort der Hinrichtung Jesu) ist hier eine religiöse Grundhaltung vorauszusetzen, die über das historische Bewusstsein hinausgeht.  Gefeiert wird in der Geburtskirche die Menschlichkeit Gottes. Bethlehem ist zuallererst ein spiritueller Ort, der ein bestimmtes Gottesbild vermittelt. Der Menschwerdung Gottes entspricht im orthodoxen Gottesdienstverständnis die Vergöttlichung des Menschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sekundärliteratur:

Palästina Reisehandbuch 267-291.

Raheb, M. / Strickert, F.: Bethlehem 2000. Eine Stadt zwischen den Zeiten, Heidelberg 31999.

 

http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/10159/

http://www.planet-wissen.de/kultur/religion/jesus_von_nazareth/pwiebethlehem100.html

 

 


Jericho

31° 52' 15'' N

35° 26' 39'' E 

Tell es Sultan Winterpalast des Herodes Hishampalast Versuchungskloster

Die Stadt Jericho (12 km nordwestlich des Toten Meeres, 250 m unter dem Meeresspiegel, heutige Einwohnerzahl 20300) ist bekannt als erste Stadt, die die Israeliten nach dem Einmarsch ins gelobte Land erobert haben sollen (Jos 6). Angesichts des Alters dieses Ortes ist diese berühmte Geschichte mit Josua und den Posaunen (deren historischer Gehalt aus guten Gründen angezweifelt wird) nur eine flüchtige Episode. Die Stadt ist seit der Jungsteinzeit besiedelt und befestigt. Mit einem Alter von ca. 10000 Jahren ist Jericho die älteste uns bekannte Stadt der Erde. Daher geht es bei Jericho v.a. um einen Einblick in die frühesten Entwicklungsstadien der menschlichen Zivilisation.

Was davon auf dem Tell es Sultan zu sehen ist, mutet an wie eine Sanddüne mit ein paar Lehmziegelresten. Man muss also schon wissen, was man sehen wird, be vor man es sieht. Neben den Resten der ältesten Treppen findet sich ein erstaunlich gut erhaltener Rundturm, der aus den Jahren um 8000 v.Chr. stammt. Daneben finden sich Reste von Befestigungen aus der Frühbronzezeit und der Mittelbronzezeit. Nach der Zerstörung um 1550 v.Chr., von der eine beachtliche Ascheschicht zeugt, wurde der Ort nicht mehr befestigt und nur sporadisch bewohnt.

Zur Zeit der sog. Landnahme der israelitischen Stämme existierte an diesem Ort keine befestigte Stadt, deren Mauern man hätte zum Einsturz bringen können ( Finkelstein / Silberman, Keine Posaunen vor Jericho 92-97; Vieweger, Archäologie 50-52). Es handelt sich bei dieser Geschichte wohl um eine ätiologische Legende, die die Gegenwart der Ruinen und die lange Phase der Siedlungsunterbrechung erklären will. Literatur wurde diese Legende dann in spätnachexilischer Zeit. Durch diesen Text wurde der Geschenkcharakter des Landes aus kultischer Perspektive betont.  

(Abbildung: Luftbild des Ruinenhügels, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATell_es-sultan.jpg)

 

Jericho steht seit 1994 unter palästinensischer Verwaltung. Der Ruinenhügel Tell es Sultan gehört zum UNESCO-Welterbe. 

 

Jericho gilt als Musterbeispiel für das Auseinanderklaffen von biblischem Text und archäologischen Befund. Seit den Grabungen von Kathleen Kenyon in den 1950er ist dieser Befund bekannt und wird in der seriösen Forschung nicht mehr in Frage gestellt. Für das Selbstverständnis des noch jungen Staates Israels war dieser Befund durchaus problematisch. Hängen an dieser Geschichte sowohl die kriegerische Eroberung des Landes als auch die Verheißung des Landes durch Gott und der damit verbundene militärische Erfolg. Kenyon wurden wegen der Ergebnisse ihrer Ausgrabungen antizionistische Absichten vorgeworfen.

 

Neben dem Tell es Sultan sind noch weitere Siedlungsreste aus unterschiedlichen Epochen erhalten. Aus der frührömischen Zeit stammt der Winterpalast des Herodes (im Wadi Qelt, ca. 2,5 km westlich von Jericho), welcher eine Erweiterung des von Alexander Jannaios errichteten Hasmonäerpalastes darstellt. Die Ergebnisse der Ausgrabungen unter Ehud Netzer lassen erkennen, wie stark sich Herodes in seiner Machtrepräsentation an römischen und hellenistischen Vorbildern orientierte. Die Anlage bestand aus mehreren Einzelpalästen eingebettet in aufwändige Wasserinstallationen und Gärten.

Aus dem 8. Jahrhundert n.Chr. stammen die Überreste des Hisham-Palastes, der sich ca. 2km nördlich des Tell es Sultan befindet. Hisham, der zehnte Omaijadenkalif, ließ den Palast 724 errichten. Noch bevor die Bauarbeiten abgeschlossen werden konnten, wurde die mit Gärten und Wasseranlagen ausgestattete prachtvolle Anlage 746 durch ein Erdbeben zerstört. Eindrucksvolle Fundstücke aus dem Palast befinden sich heute im Rockefellermuseum in Jerusalem.

 

Oberhalb Jerichos, auf einem steilen Berg, befindet sich das sog. Versuchungskloster. Nach christlicher Überlieferung wird hier der Ort der Versuchung Jesu lokalisiert (Mk 1.12f.; Mt 4,1-11; Lk 4,1-13). Bereits um 340 wurde hier vom hl. Chariton zwei Kapellen errichtet, eine auf dem Gipfel und eine über einer Grotte. Seit dem späten 19. Jahrhundert gehört das gesamte Gelände der griechisch-orthodoxen Kirche, die auch das heutige Kloster Sandarion errichten ließ. Das Kloster ist durch eine Gondelbahn zu erreichen, zum Gipfel führt ein steiler Pfad.

 

 

Sekundärliteratur:

Bieberstein, K.: Erfunden und wahr zugleich. Josuas Landnahme? Abrahams Landnahme?, in: WUB 49 (2008), 40-45. ( pdf)

Palästina Reisehandbuch  247-260.

Schwienhorst-Schönberger, L.: Jericho, in: NBL 2 (1995), 290-293.

Externe Links:

http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/jericho-at-3/ch/2fb95255fce6d03b9b5ef9768ba1d8ce/ (Artikel im Wissenschaftlichen Bibellexikon)

  

 


Jerusalem

31° 46′ 45″ N,

35° 13′ 25″ E

Altstadt Israelmuseum
Yad Vashem Knesset
   

Jerusalem ist die (international nicht anerkannte) Hauptstadt Israels. Hier leben zur Zeit ca. 815000 Einwohner. Die Stadt besteht aus einem jüdischen Westteil und einem arabischen Ostteil. Der arabische Osten der Stadt (mit der Altstadt) gehörte von 1948 bis 1967 zu Jordanien, das allerdings 1988 seinen Anspruch auf Jerusalem abgetreten hat. Während dieser Zeit war die Stadt von einer militärisch gesicherten Trennungslinie durchzogen. Die beiden Teile entwickelten sich unterschiedlich. Während der kleinere Ostteil vom jordanischen Königreich (König Abdullah ließ sich hier zum König von Jerusalem krönen) weitgehend vernachlässigt wurde, erlebte der Westen einen enormen Aufschwung mit der Einrichtung vieler moderner Wohnviertel und staatlicher Einrichtungen. Am 4.01.1950 wurde (West-)Jerusalem zur Hauptstadt Israel erklärt, was jedoch international nicht anerkannt wurde. Die Vereinigung der Stadt war ein Ergebnis des Sechs-Tage-Krieges, führte zum Siedlungsbau in der Altstadt und im Umland, die Trennung und unterschiedliche Stadtentwicklung blieben aber auch ohne Sperranlagen bestehen.

Im Jerusalemgesetz vom 30.07.1980 (dieses Gesetz gehört zu den 11 Grundgesetzen) wurde die gesamte Stadt zur untrennbaren Hauptstadt Israels erklärt. Das bedeutet, der besetzte Ostteil Jerusalems wurde annektiert und somit dem Staatsgebiet Israels hinzugefügt. Gegen diese Annexion beschloss die Uno die Resolution 478, erklärte diese für völkerrechtswidrig und forderte alle Staaten auf, ihre Botschaften aus Jerusalem zu verlegen, so dass heute kein Staat seine Botschaft in Jerusalem hat.

zum englischen Text der Resolution

Die nichtjüdischen Bewohner Ostjerusalems sind nicht Staatsangehörige, sondern gelten als „Ständige Einwohner“, mit Privilegien (Bewegungsfreiheit innerhalb Israel, Recht, die volle Staatsbürgerschaft zu beantragen, Sozialversicherung) und Einschränkungen (Wahlrecht, ständige Bedrohung des Aufenthaltsrechtes, kein Familienzuzug aus dem Westjordanland, fast keine Baugenehmigungen).

Die Versuche verschiedener israelischer Regierungen, die Araber aus Ostjerusalem mithilfe bürokratischer Maßnahmen zu vertreiben, wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. International kritisiert wird auch der Siedlungsbau in und am Rande von Jerusalem, der die arabischen Wohnviertel zum Teil vom arabisch bewohnten Umland abschneidet.

Der Status Jerusalems gehört zu den Haupthindernissen im sog. Friedensprozess, da auch die Palästinenser Jerusalem zu ihrer Hauptstadt erklärt haben, nachdem Jordanien seinen Anspruch auf die Stadt (und das Westjordanland) 1988 an die PLO abgetreten hatte.

Die Altstadt von Jerusalem

 

Reliefkarte:Die Altstadt Jerusalems und ihre Heiligtümer (Katholisches Bibelwerk, dort als Poster erhältlich)

 

Via Dolorosa Grabeskirche Tempelberg / Haram es-Sharif Felsendom Al Aqsa
         

 

Auf der Via Dolorosa versuchen Christen aus aller Welt den Leidensweg Christi nachzuempfinden. Dieser Weg vom ehemaligen Standort der Festung Antonia, wo man den Prozess Jesu vermutete, bis zur Grabeskirche, ist keine Zeitreise sondern spirituelle Erinnerungskultur. Seit langem ist bekannt, dass der historische letzte Weg Jesu einen ganz anderen Verlauf hatte, aber darum geht es bei der Via Dolorosa nicht. Die ursprünglichen sieben Kreuzwegstationen sind über die Jahrhunderte a uf 14 angewachsen – zwischenzeitlich waren es aber auch schon mal 30. Seit dem 18. Jh liegt die Route fest, aber einige Stationen (I, IV, V, VII) kamen erst im 19. Jh hinzu. Die ersten acht Stationen befinden sich auf dem Weg vom muslimischen Viertel ins christliche Viertel, Station IX auf dem Dach der Grabeskirche, X-XIV dann in der Grabeskirche. Die Idee eines festgelegten Leidensweges ist ein Import aus Westeuropa, wo im 15. Jh ähnliche Erinnerungsformen entstanden. Die Tafeln mit der Kennzeichnung der Stationen wurden erst nach der Festlegung der Route 1731 durch Papst Clemens XII, angebracht.

Historisch ist eher eine Route, die ihren Ausgang vom ehemaligen Herodespalast (bei der Zitadelle) genommen hat. Erhalten ist aus der Zeit Jesu fast nichts. Zu gründlich war die Zerstörung der Stadt im Jahre 70. Wer sich heute auf diesen Erinnerungsweg macht, befindet sich an manchen Stellen 7 m über dem Niveau der Zeit Jesu. Als Kontrasterfahrung eignet sich ein Gang durch den sog. Western-Wall-Tunnel. Dort bewegt man sich auf dem Straßenpflaster der Zeit Jesu.

Einige Architekturreste aus römischer Zeit sind auch entlang der heutigen Via Dolorosa erhalten, allerdings stammen sie aus der Zeit des römischen Jerusalems (Aelia Capitolina) nach dem Bar-Kochba-Aufstand.

- Ecce-homo-Bogen

- Lithostratos

- Bogenrest im Russischen Hospiz

 

Die Grabeskirchre ist das Ziel der Via Dolorosa. Das Gebäude, das man heute besichtigen kann, stammt aus der Kreuzfahrerzeit. Diese Grabeskirche wurde am 15.7.1149 geweiht.

Nach einem schweren Feuer 1808 und einem Erdbeben 1927 musste das Gebäude zu erheblichen Teilen wieder aufgebaut werden. Diese Maßnahmen ließen einen großen Teil der spätromanischen Verzierungen hinter Zement verschwinden. Nach jahrelangen Querelen um die Besitzrechte und die damit verbundenen Erlaubnisse für Baumaßnahmen wurde die Kirche erst ab 1960 grundlegend restauriert (bis 1978). Dabei wurden Elemente der Vorgängerbauten wiederentdeckt und Bausünden des 19. Jh rückgängig gemacht.

 

Die Grabeskirche hat eine Reihe von Vorgängerbauten (vgl. Krüger, Grabeskirche 39-81). Im 4. Jh. entstand hier ein ganzer Komplex bestehend aus dem Heiligen Grab innerhalb der Grabesrotunde, einer fünfschiffigen Basilika, einem Atrium zwischen Rotunde und Basilika, einem weiteren Atrium am Eingang zur Basilika, einem Baptisterium und dem Patriarchatsgebäude (vgl. Küchler, Jerusalem 433ff.). In die Anlage wurden der Hinrichtungsort (Golgatha) und das Grab einbezogen. Diese Kirche wurde am 13.9.335 geweiht. Die konstantinische Grabeskirche ist im Zusammenhang weiterer Kirchenbauaktivitäten im Heiligen Land zu sehen (vgl. Krüger, Grabeskirche 57-60). Neben der Grabeskirche ließ Konstantin die Geburtskirche in Bethlehem und die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg („Eleona“) errichten. Die Bauaktivitäten führen die Aktivitäten seiner Mutter Helena fort, die 326/327 das Land bereiste. Die Grabeskirche geht allerdings auf eine Initiative Konstantins selbst zurück (325/326), noch bevor seine Mutter ins Land kam ( Krüger, Grabeskirche 61; Küchler, Jerusalem 433). Für ihn ist die Grabeskirche nicht nur Ausdruck der kaiserlichen Macht, sondern auch ein Symbol für die Einheit der Reichskirche. Die drei Kirchen (Geburt, Passion und Himmelfahrt) bilden die drei Teile des Bekenntnisses von Nizäa ab.

614 wurde die Grabeskirche durch die Perser und mit ihnen verbündete Juden schwer beschädigt. 628 kam es zur Rückeroberung durch Kaiser Heraklios und zur Wiederherstellung des Gebäudekomplexes (vgl. Küchler, Jerusalem 444). Während der frühen muslimischen Herrschaft, die 638 unblutig begann, wurde die Grabeskirche von den Herrschern geschützt. Erst unter dem fatimidischen Kalifen Al-Hakim änderte sich dies grundlegend. Im Jahr 1009 kam es zur schlimmsten Zerstörung der Grabeskirche. Die Grabrotunde und die Basilika wurden nahezu vollständig zerstört – übrig blieb ein Ruinengelände. Diese Zerstörung war einer der Gründe für die Kreuzzugsidee (Konzil von Clermont 1095) – im Sinne einer Vergeltung für das erlittene Unrecht. Die Kirche der Kreuzfahrer, die 1099 Jerusalem eroberten, ist ein Neubau, in den die noch vorhandenen Trümmer in das neue Gebäude integriert wurden. Erstmals befanden sich nun Hinrichtungsort und Grab in einem Gebäude.

Sollte unter Konstantin die Grabeskirche ein Bild der Einheit des christlichen Glaubens vermitteln, ist heute die Zerstrittenheit unter den Konfessionen hier besonders sichtbar. Sechs Konfessionen erheben Besitzansprüche auf das wichtigste christliche Heiligtum: Katholiken (Franziskaner), Griechisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Armenier, Kopten und Äthiopier (vgl. Mittelstaedt, Weihrauch-Krieg)

 

youtube-Video: Massenschlägerei in der Grabeskirche, 9.11.2008 

 

Das gewaltige trapezfömige Plateau - 486 m (westl. Mauer) /447 m (östl.) / 317 m (nördl) / 283 (südl.) - , auf dem sich der Tempel des Herodes befand und auf dem sich heute die muslimischen Heiligtümer Al-Aqsa-Moschee und Felsendom befinden, wird von den Muslimen al Haram al-Scharif (erhabenes Heiligtum) oder kurz Haram genannt. 

Luftbild: Der Tempel von Jerusalem (Katholisches Bibelwerk, dort als Poster erhältlich)

 

Der Felsendom ist keine Moschee, sondern ein Erinnerungsort. Er wurde als achteckiger Zentralbau von dem Omajaden-Kalifen Abd el-Malik (685-705) über dem he iligen Felsen erbaut (687-691). Auf diesem Felsen fand nach jüdischer Tradition die Bindung Isaaks (Gen 22) statt (Berg Morija), nach muslimischer Tradition ritt Mohammed auf seinem Pferd von hier aus in den Himmel (Sure 17,1 mit weitreichender Wirkungsgeschichte, vgl. Neu wirth, Aufstieg zum Himmel). Die prachtvolle Ausgestaltung der Fassade stammt aus dem 16. Jh. Erst in den 1960er Jahren wurde die Kuppel vergoldet (8 kg 24karätiges Blattgold auf Aluminiumplatten.

Auch die älteste und größte Moschee Jerusalems (eingeweiht 709) bezieht sich in ihrem Namen auf Mohammeds Reise nach Jerusalem. In Sure 17,1 ist von dem am weitesten (von Mekka) entfernten Heiligtum die Rede: al Maschdid al aqsa. Daher kommt es, dass nicht nur die Moschee, sondern auch das gesamte Plateau als Al-Aqsa bezeichnet werden kann. Das heutige Gebäude (Länge: 90 m / Breite: 60 m / Höhe des Hauptschiffs 17 m, Seitenschiffe 12 m) hat eine wechselhafte Baugeschichte hinter sich. Der älteste Teil der Mosche ist die Südmauer aus dem 8. Jh. Während der Kreuzfahrerzeit wurde die Moschee als Palast und Kirche genutzt und wurde schließlich Sitz des Templerordens (1119). Seit 1187 ist die Al-Aqsa wieder eine Moschee und damit der zentrale Versammlungsraum auf dem Haram. Im Inneren haben bis zu 5000 Menschen Platz, zur Versammlung kann aber der gesamte Haram genutzt werden. So befinden sich nicht selten mehr als 100000 Mensch während des Freitagsgebets an diesem Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Israelmuseum

Das Israelmuseum ist das größte und bedeutendste Museum des Landes und wurde 1965 eröffnet. Der inhaltli che Schwerpunkt des Museums liegt auf der Geschichte Israels und der Archäologie des Landes. Bedeutende Funde des Landes werden hier gesammelt und der Öffentlichkeit präsentiert. Höhepunkt ist der sog. Schrein des Buches, in dem die Schriftrollen vom Toten Meer ausgestellt werden. Die Kuppel des Gebäudes ist dem Deckel eines Kruges nachempfunden, in dem man die Handschriften in den Höhlen bei Qumran gefunden hat.

Im Außenbereich befindet sich seit kurzem das berühmte Modell von Jerusalem während der Zeit des Zweiten Tempels (das zuvor im Holyland Hotel ausgestellt wurde).

 

Sekundärliteratur:

Krüger, J.: Die Grabeskirche zu Jerusalem. Geschichte – Gestalt – Bedeutung, Regensburg 2000.

Küchler, M.: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zu Heiligen Stadt. Mit Beitr. v. K. Bieberstein, D. Lazarek, S. Ostermann, R. Reich und C. Uehlinger (OLB IV,2), Göttingen 2007.

Levine, L.I.: Jerusalem. Portrait of the City in the Second Temple Period (538 B.C.E. – 70 C.E.), Philadelphia 2002.

Otto, E.: Das antike Jerusalem. Archäologie und Geschichte, München 2008.

Yaron, G.: Jerusalem. Ein historisch-politischer Stadtführer, München 22009.

Externe Links:

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-65469600.html (Artikel von Angelika Neuwirth: Aufstieg zum Himmel, SPIEGEL Geshichte)

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-65469627.html (Artikel von Juliane von Mittelstaedt: Der Weihrauch-Krieg, SPIEGEL Geschichte)

 

 

 

 

 


 

Alternative Tourism Group: Palästina Reisehandbuch. Geschichte · Politik · Kultur · Menschen · Städte · Landschaften, Heidelberg 2013.

Finkelstein, I. / Silberman, N.A.: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, München 2002.

Finkelstein, I. / Silberman, N.FA.: David und Salomo. Archäologen entschlüsseln einen Mythos, München 2006.

Gorys, E.: Das Heilige Land. Ein 10000 Jahre altes Kulturland zwischen Mittelmeer, Rotem Meer und Jordan (DuMont Kunst-Reiseführer), Köln 121995.

Herzog, Z.: Die Mauern Jerichos zerlegen (1999), in: Kuhnen / Zwickel, Archäologie im Heiligen Land, 101-112.

Kuhnen, H.-P. / Zwickel, W. (Hrg.): Archäologie im Heiligen Land. 60 Jahre Gründung des modernen Staates Israel (KAANT 8), Kamen 2009.

Sand, S.: Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand, Berlin 201.

Vieweger, D.: Archäologie der biblischen Welt, Gütersloh 2012.

 
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