Die europäische Aufklärung und die Juden

 

Haskala (Jüdische Aufklärung)

Moses Mendelsohn

Geschichte des Judentums

 

Die Judenemanzipation im 19. Jahrhundert ist eine Konsequenz der Aufklärung. Die Betonung der Individualität und der Aspekt der Gleichheit aller Menschen bedeutet für die europäischen Juden Hoffnung auf bürgerliche Freiheit (im Sinne von Gleichstellung) aber auch eine Gefährdung ihrer Gemeindeexistenz. Die Abschaffung der gesellschaftlichen Beschränkungen ist verbunden mit der Abschaffung der Subkulturen.

  (Abbildung: Kant und seine Tischgenossen. Gemälde von Emil Dörstling, 1892/1893; Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kant_doerstling2.jpg?uselang=de)

 

(1) Zunächst gehört die Aufklärung in die Epoche des Absolutismus, und so darf es nicht verwundern, dass dem Staat in der Beschäftigung mit den Juden eine erhebliche Rolle zugeschrieben wird. Dies lässt sich vortrefflich an der berühmten Schrift von Christian Wilhelm von Dohm (1751-1820) „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ von 1781 (angeregt von Moses Mendelsohn anlässlich eines Hilferufs der elsässischen Juden) verdeutlichen: Die Juden werden als bemitleidenswertes Problem empfunden, sie sind insgesamt rückständig und lassen sich nicht in die Mehrheitsgesellschaft integrieren. Dohm sieht hier die Verantwortung des absolutistischen Staates, der es nicht zulassen kann, dass neben ihm noch parallele staatsähnliche Strukturen bestehen. Schuld an der Misere des Judentums ist die Mehrheitsgesellschaft, die den Juden den Zugang versagt hat und sie in niedere oder für Christen verbotene Erwerbsbereiche abgedrängt hat. Der moderne absolutistische Staat hat seine Verantwortung zu übernehmen und die Juden zu sittlichen und nützlichen Staatsbürgern zu erziehen.  

Die Integration in die Mehrheitsgesellschaft kann nur durch Auflösung der typisch jüdischen Gemeindestrukturen gelingen. Allerdings verlangt Dohm nicht die völlige Entmachtung der Rabbiner. Das Recht, Gemeindeglieder aus der Gemeinde ausschließen zu können, hat er ihnen ausdrücklich zugestanden. Auch die Gemeindeautonomie bleibt bei Dohm unangetastet. Die Lösung sieht er in der Öffnung der Erwerbsmöglichkeit für Juden. Diese würde einen Anpassungsprozess in Gang setzten, der schließlich zu einer Angleichung der Sozialstrukturen führen könnte.

Nur der Pöbel, der es für erlaubt hält, einen Juden zu hintergehen, gibt ihm schuld, daß er nach seinem Gesetze fremde Glaubensgenossen (Leute anderen Glaubens) betrügen dürfe, und nur verfolgungssüchtige Priester haben Märchen von den Vorurteilen der Juden gesammelt, die nur ihre eigenen beweisen. Die der Menschlichkeit und der Politik gleich widersprechenden Grundsätze der Ausschließung, welche das Gepräge der finsteren Jahrhunderte tragen, sind der Aufklärung unserer Zeit unwürdig und verdienen schon längst nicht mehr befolgt zu werden.
Unseren fest gegründeten Staaten müsste jeder Bürger willkommen sein, der die Gesetze beobachtet und durch seinen Fleiß den Reichtum des Staates vermehrt. Auch der Jude hat auf diesen Genuß, auf diese Liebe Anspruch. Seine Religion macht ihn ihrer nicht unwürdig, da er bei ihrer strengsten Befolgung ein sehr guter Bürger sein kann. Ich wage es, selbst die standhafte Anhänglichkeit an die nach ihrem Glauben ihren Vätern verliehene Lehre von Gott dem jüdischen Charakter als einen guten Zug anzurechnen. Was der Christ Blindheit und verstockte Hartnäckigkeit nennt, ist beim Juden standhafte Beharrlichkeit bei dem, was er einmal als göttliches Gebot glaubt. Wer kann sich versagen, den Juden hochzuachten, den keine Marter bewegen konnte, von seiner Religionsvorschrift abzugehen, und den Nichtswürdigen zu verachten, der um des Vorteils willen sich (von ihr) lossagt und den christlichen Glauben mit den Lippen bekennt?
Schon allein die Anhänglichkeit an den uralten Glauben gibt dem Charakter der Juden eine Festigkeit, die auch zur Bildung ihrer Moralität überhaupt vorteilhaft ist. Ihre Armen fallen dem Staate nicht zur Last; die ganze Gemeinde nimmt sich ihrer an. Das häusliche Leben genießen sie mit mehr Einfachheit. Sie sind meistens gute Ehemänner und Hausväter. Der Luxus ist auch unter ihren Reichen noch lange nicht soweit gestiegen, als bei den Christen von gleichem Vermögen. Dem Staate sind sie überall ergeben, und sie haben oft in Gefahren einen Eifer bewiesen, den man von so wenig begünstigten Gliedern der Gesellschaft nicht erwarten sollte.


Julius Höxter, Quellentexte zur jüdischen Geschichte und Literatur, hg. u. erg. von Michael Tilly, Wiesbaden 2009, S. 481
Abbildung: Gemälde von Karl Christian Kehrer, 1795, Gleimhaus Halberstadt (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ADohmCKW.jpg)

Dohm grenzt die Aufklärung vom Mittelalter und seinen antijüdischen Ausgrenzungsprozessen ab und sieht in der jüdischen Religion Potenzial für ein sittliches Leben innerhalb des aufgeklärten Staates. Allerdings wird auch von jüdischer Seite kritisiert, dass Dohm für einen längeren Erziehungsprozess plädiert und nicht für die sofortige Gewährung von Rechten. Von besonderer Bedeutung ist, dass Dohm nicht von unveränderlichen typisch jüdischen Eigenschaften ausgeht, die einem Erziehungsprozess entgegenstehen würden. Dohms Schrift ist die Umsetzung des aufgeklärten Toleranzdenkens von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) in die politische Realität. Darin liegt schon für Mendelsohn das besondere Verdienst Dohms im Vergleich zum Bühnenautor Lessing (vgl. Berghahn, Grenzen der Toleranz 127). 

 

(2) Die Auseinandersetzung mit den Vorschlägen Dohms zeigt aber auch, dass das „Judenproblem“ nur ein Randproblem ist, von dem in der Öffentlichkeit keine und in den aufgeklärten Diskursen nur sehr wenig Notiz genommen wird. Insgesamt bleibt diese Diskussion auf die deutsche Aufklärung beschränkt. In England ist zu dieser Zeit die gesellschaftliche Gleichstellung der Juden schon weiter fortgeschritten. Da aber dort nur sehr wenige Juden leben, gibt es für die englischen Aufklärer keine Notwendigkeit, sich grundsätzlich mit dieser Frage zu befassen. Ähnliches gilt für das vorrevolutionäre Frankreich. Auf Mirabeau, den wichtigsten Vertreter der jüdischen Emanzipation in Frankreich (1791) hat Dohms Schrift erheblichen Einfluss.

 

(3) In der Bewertung des Judentums zeigen sich auf der Seite der Aufklärer deutlich negative Tendenzen. Berüchtigt sind die hasserfüllten Ausfälle Voltaires (1694-1778), der das Judentum als in „jeder Hinsicht minderwertiges Volk“ bezeichnet. Hier wird – wie auch bei anderen Aufklärern – die Kritik am Christentum auf die Juden (als religiöse Grundlage des Christentums) übertragen und mit gängigen judenfeindlichen Klischees (bei Voltaire auch der Ritualmordvorwurf) angereichert.

 

(4) Insgesamt erweist sich die Bewegung der Aufklärung als unfähig, trotz ihres Toleranzgedankens Minderheiten mit einer abweichenden Lebensweise zu integrieren. Übertragen auf das Judentum heißt dies: Sie haben sich an die durch das Christentum geprägte Lebensweise anzupassen. Ihre jüdische Lebensweise wird als intolerant bezeichnet, weswegen man sie nicht tolerieren dürfe. Besonders charakteristisch für diese Geisteshaltung ist eine Fussnote von Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) in seiner Schrift „Beitrag zur Berichtigung der Urtheile des Publicums über die französische Revolution“ von 1793:

„Möchten doch immer die Juden nicht an Jesum Christum, möchten sie doch sogar an keinen Gott glauben, wenn sie nur nicht an zwei verschiedne Sittengesetze, und an einen menschenfeindlichen Gott glaubten.
Menschenrechte müssen sie haben, ob sie gleich uns dieselben nicht zugestehen; denn sie sind Menschen, und ihre Ungerechtigkeit berechtigt uns nicht, ihnen gleich zu werden. (..) Aber ihnen Bürgerrechte zu geben, dazu sehe ich wenigstens kein Mittel, als das, in einer Nacht ihnen allen die Köpfe abzuschneiden, und andere aufzusetzen, in denen auch nicht eine jüdische Idee sei. Um uns vor ihnen zu schützen, dazu sehe ich wieder kein anderes Mittel, als ihnen ihr gelobtes Land zu erobern, und sie alle dahin zu schicken. (…)
Ich will nicht etwa sagen, dass man die Juden um ihres Glaubens willen verfolgen solle, sondern dass man überhaupt niemand deswegen verfolgen solle.
Ich weiß, dass man vor verschiednen gelehrten Tribunalen eher die ganze Sittlichkeit, und ihr heiligstes Produkt, die Religion, angreifen darf, als die jüdische Nation. Denen sage ich, dass mich nie ein Jude betrog, weil ich mich nie mit einem einließ, dass ich mehrmals Juden, die man neckte, mit eigner Gefahr und zu eignem Nachteil in Schutz genommen habe, dass also nicht Privatanimosität aus mir redet.“ 
Zum Text im Projekt Gutenberg

Abbildung: Lithographie von Johann Friedrich Jugel nach einem Gemälde von Heinrich Anton Dähling (1808). Deutsche Fotothek, Dresden (Quelle:http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Gottlieb_Fichte.jpg?uselang=de)

Dem einzelnen Juden sollen also die vollen Rechte zugesprochen werden, wenn er sich bis zur völligen Aufgabe seiner jüdischen Identität assimiliert: Emanzipation durch Assimilation. Die Eintrittskarte für den Zugang zum neu entstehenden Bürgertum ist die Konversion. Diese Tendenz setzt sich über den Deutschen Idealismus bis ins 19. Jahrhundert fort.


(5) Für Immanuel Kant (1724-1804) ist das Judentum eine Art kasuistisch-rituelles Glaubenssystem und eben keine Vernunftreligion, allerdings sieht auch er, der Bewunderer von Moses Mendelsohn, das Potenzial zur Transformation in eine moralische Religion. Das häufig als Gesetzesreligion bezeichnete Judentum widerspricht Kants Idealen völlig, weil sich in seinen Augen scheinbar nur um der Gesetze willen an diese Gesetze gehalten wird und „das Innere der moralischen Gesinnung“ gar nicht in Betrachtung gezogen wird. Er geht sogar so weit, dass er dem Judentum abspricht eine richtige Religion zu sein:

Da nun ohne Glauben an ein künftiges Leben gar keine Religion gedacht werden kann, so enthält das Judenthum als ein solches, in seiner Reinigkeit genommen, gar keinen Religionsglauben.

(Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, AA VI, 126)    zum Text (http://www.korpora.org/kant/)

Das Judentum muss sich also erheblich verändern, um zu einer Religion und dann letztlich zu einer Vernunftreligion zu werden. In diesem Zusammenhang spricht Kant in seiner Schrift „Der Streit der Fakultäten“ (1798) von der Euthanasie (gemeint ist: sanfter Tod) des Judentums:

 Die Euthanasie des Judenthums ist die reine moralische Religion mit Verlassung aller alten Satzungslehren, deren einige doch im Christenthum (als messianischen Glauben) noch zurück behalten bleiben müssen: welcher Sectenunterschied endlich doch auch verschwinden muß und so das, was man als den Beschluß des großen Drama des Religionswechsels auf Erden nennt, (die Wiederbringung aller Dinge) wenigstens im Geiste herbeiführt, da nur ein Hirt und eine Heerde Statt findet.

(Der Streit der Fakultäten, AA VII, 52)            zum Text (http://www.korpora.org/kant/) 

Auch wenn dieser Textabschnitt aus heutiger Sicht wegen der Formulierung nur schwer erträglich ist, kann man Kant nicht deswegen zum Antisemiten stempeln. Seine Verwendung des Euthanasiebegriffs ist typisch für seine Zeit. Gemeint ist metaphorisch das sanfte Hinübergleiten des Judentums in eine Vernunftreligion. Allerdings bedeutet diese Veränderung auch das Ende des Judentums.

 
Das andere Problem, das Kant mit dem Judentum hat, betrifft nicht die Religion, sondern die von ihm so genannten „unter uns lebenden Palästiner“ (Anthropologie in pragmatischer Hinsicht [1798], AA VII, 205). Kant beschreibt seine jüdischen Mitmenschen als betrügerische Kaufleute. In seinen Augen produzieren Juden nichts und bereichern sich an dem sie beherbergenden Volk.

Die unter uns lebenden Palästiner sind durch ihren Wuchergeist seit ihrem Exil, auch was die größte Menge betrifft, in den nicht ungegründeten Ruf des Betruges gekommen. Es scheint nun zwar befremdlich, sich eine Nation von Betrügern zu denken; aber eben so befremdlich ist es doch auch, eine Nation von lauter Kaufleuten zu denken, deren bei weitem größter Theil, durch einen alten, von dem Staat, darin sie leben, anerkannten Aberglauben verbunden, keine bürgerliche Ehre sucht, sondern dieser ihren Verlust durch die Vortheile der Überlistung des Volks, unter dem sie Schutz finden, und selbst ihrer untereinander ersetzen wollen. Nun kann dieses bei einer ganzen Nation von lauter Kaufleuten als nicht=producirenden Gliedern der Gesellschaft (z. B. der Juden in Polen) auch nicht anders sein; mithin kann ihre durch alte Satzungen sanctionirte, von uns (die wir gewisse heilige Bücher mit ihnen gemein haben), unter denen sie leben, selbst anerkannte Verfassung, ob sie zwar den Spruch: "Käufer, thue die Augen auf!" zum obersten Grundsatze ihrer Moral im Verkehr mit uns machen, ohne Inconsequenz nicht aufgehoben werden. - Statt der vergeblichen Plane, dieses Volk in Rücksicht auf den Punkt des Betrugs und der Ehrlichkeit zu moralisiren, will ich lieber meine Vermuthung vom Ursprunge dieser sonderbaren Verfassung (nämlich eines Volks von lauter Kaufleuten) angeben. - - Der Reichthum ist in den ältesten Zeiten durch den Handel mit Indien und von da über Land bis zu den östlichen Küsten des Mittelländischen Meeres und den Häfen von Phönizien (wozu auch Palästina gehört) geführt worden. - Nun hat er zwar über manche andere Örter, z. B. Palmyra, in älteren Zeiten Tyrus, Sidon oder auch mit einigem Absprung über Meer als Eziongeber und Elat, auch wohl von der arabischen Küste auf Groß=Theben und so über Ägypten nach jener syrischen Küste seinen Weg nehmen können; aber Palästina, worin Jerusalem die Hauptstadt war, lag für den Caravanenhandel auch sehr vortheilhaft. Vermuthlich ist das Phänomen des ehemaligen Salomonischen Reichthums die Wirkung davon und das Land umher selbst bis zur Zeit der Römer voller Kaufleute gewesen, die nach Zerstörung dieser Stadt, weil sie mit anderen Handelsleuten dieser Sprache und Glaubens schon vorher im ausgebreiteten Verkehr gestanden hatten, sich sammt beiden nach und nach in weit entfernte Länder in Europa) verbreiteten, im Zusammenhange bleiben und bei den Staaten, dahin sie zogen, wegen der Vortheile ihres Handels Schutz finden konnten; - so daß ihre Zerstreuung in alle Welt mit ihrer Vereinigung in Religion und Sprache gar nicht auf Rechnung eines über dieses Volk ergangenen Fluchs gebracht, sondern vielmehr als Segnung angesehen werden muß: zumal der Reichthum derselben, als Individuen geschätzt, wahrscheinlich den eines jeden anderen Volks von gleicher Personenzahl jetzt übersteigt. ...

(Anthropologie in pragmatischer Hinsicht [1798], AA VII, 205)   zum Text (http://www.korpora.org/kant/)

Abbildung: Immanuel Kant (Gemälde). Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AImmanuel_Kant_(painted_portrait).jpg

Zu Kants Aussagen über die jüdische Religion besteht hier ein Widerspruch. Sieht er in der Religion des Judentums durchaus ein Potenzial zur moralischen Religion (bedingt durch die historische Verbindung mit dem Christentum), sind die geschichtlich gewachsenen Charaktereigenschaften des Volkes der Juden nicht veränderbar. Auch wenn Kant die hier angedeuteten Ansätzen nicht weiterdenkt, enthalten sie das Potenzial für eine rassistische Entfaltung. Auch in der Religionsschrift entwickelt Kant so etwas wie einen unveränderlichen Nationalcharakter des jüdischen Volkes mit der Konsequenz, dass die Juden letztlich nicht zu Unrecht von den anderen Völkern ausgegrenzt worden sind.

So zog sich der Judaism seiner ersten Einrichtung nach, da ein Volk sich durch alle erdenkliche, zum Theil peinliche Observanzen von allen andern Völkern absondern und aller Vermischung mit ihnen vorbeugen sollte, den Vorwurf des Menschenhasses zu.

(Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, AA VI, 184)  zum Text (http://www.korpora.org/kant/)

Seine in vielen Schriften geäußerte Abneigung gegen Juden hat sich so in seinem Leben nicht niedergeschlagen, wie beispielsweise seine Bewunderung und Freundschaft zu Moses Mendelson zeigt.


(5) Umstritten ist, inwieweit die Aufklärer sich selbst ihrer antijüdischen Haltung bewusst waren. Offenbart doch das Festhalten an mittelalterlichen Klischees und abergläubischen Stereotypen ein gehöriges Maß an Unaufgeklärtheit. Sind die antijüdischen Ausfälle nur getarnte Kirchenkritik (Voltaire), unbedachte Jugendsünde (Fichte) oder schlichte Gedankenlosigkeit (Kant)? Unbestritten ist die Rolle einer mächtigen Wirkungsgeschichte dieser Äußerungen, die sich bis in den Eichmann-Prozess verfolgen lassen.

(Charlotte Haußmann und Markus Sasse)

 

Jahresarbeit "Deutsche Juden oder Juden in Deutschland?" (Anna Reitnauer)


Literatur:
Battenberg, F.: Das europäische Zeitalter der Juden. Band I: Von den Anfängen bis 1650, Band II: Von 1650 bis 1945, Darmstadt 22000.

Battenberg, F.: Die Juden in Deutschland vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (EDG 60), München 2001.

Berghahn, K.L.: Grenzen der Toleranz. Juden und Christen im Zeitalter der Aufklärung, Köln 22001.

Brenner, M.: Kleine jüdische Geschichte (Schriftenreihe bpb 732), Bonn 2008.

Brodersen, I. / Dammann, R.:  Zerrissene Herzen. Die Geschichte der Juden in Deutschland (Schriftenreihe bpb 639), Bonn 2008.

Brumlik, M.: Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum Judentum. 351 S., Luchterhand-Verlag, München 2000

Gronke, H./ Meyer, T. / Neisser, B. (Hrg.): Antisemitismus bei Kant und anderen Denkern der Aufklärung, Würzburg 2001.

Hentges, G.: Das Janusgesicht der Aufklärung. Antijudaismus und Antisemitismus in der Philosophie von Kant, Fichte und Hegel, in: Salzborn, S. (Hrg.): Antisemitismus – Geschichte und Gegenwart (NBKK 2), Giessen 22009, 11-32.

Herzig, A.: Jüdische Geschichte in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1997 / Bonn (bpb Schriftenreihe 491) 2006.

Litt, S.: Geschichte der Juden Mitteleuropas 1500-1800 (Geschichte Kompakt), Darmstadt 2009.

Reinke, A.: Geschichte der Juden in Deutschland 1781-1933 (Geschichte Kompakt), Darmstadt 2007.

Volkov, S.: Die Juden in Deutschland 1780-1918 (EDG 16), München 22000.


 

Externe Links:

http://www.ursulahomann.de/NichtImmerWarenDeutschePhilosophenJudenWohlGesinnt/kap001.html

(Rezensions-Artikel von Ursula Homann über judenfeindliche Tendenzen der Aufklärung)

http://www.welt.de/kultur/history/article108335884/Die-grossen-Aufklaerer-waren-oft-Judenhasser.html  

(Artikel von Hannes Stein, WELT)

http://www.ieg-ego.eu/de/threads/europaeische-netzwerke/juedische-netzwerke/friedrich-battenberg-judenemanzipation-im-18-und-19-jahrhundert (ego-Artikel: Judenemanzipation im 18. und 19. Jahrhundert  von Friedrich Battenberg)