Das IV. Laterankonzil (1215)

Geschichte des Judentums

Juden im Mittelalter

 

Das vierte Laterankonzil fand 1215 statt und ist eines der fünf Konzilien, die im Lateran, dem päpstlichen Palast zu Rom, abgehalten wurden. Es ist in drei Sitzungen gegliedert, die vom 11. bis zum 30. November terminiert wurden und erhält seine Bedeutung als das größte Konzil des Mittelalters durch die Anwesenheit von 71 Patriarchen und Metropoliten, sowie von 404 Bischöfen und 900 Äbten und Prioren. Seine Initiierung durch Papst Innozenz III ist vor allem dessen Vorhaben geschuldet einen erneuten Kreuzzug ins Heilige Land zu unternehmen, nachdem der 4. Kreuzzug 1204 gescheitert war. Innozenz wollte außerdem den katholischen Glauben stärken und gegen die rasche Verbreitung von Häresien vorgehen. In diesem Sinne wurde während des Konzils über die Lehren von Häretikern, Glaubensinhalte und die Lebensführung der Kleriker diskutiert. Als Ergebnis brachte das Konzil 70 Dekrete hervor, die als Konstitutionen bzw. Kanones bezeichnet werden. Diese Dekrete wurden weitestgehend vom Papst selbst formuliert und erhielten nun ihre Zustimmung. Sie befassen sich mit der kirchlichen Ordnung (6-13) und der Sittenreform des Klerus (14-22), mit der Bischofswahl und der Verwaltung der Benefizien (23-32), mit der Einforderung von Abgaben (33-34), mit kanonischen Rechtsangelegenheiten (35-49) und mit der Ehe (50-52), mit dem Zehnten (53-61) und der Simonie (62-66), schließlich mit den Juden (67-70). Neben seinem Kreuzzugsvorhaben wollte Innozenz mit dem vierten Laterankonzil vor allem eine Kirchenreform (reformatio universalis ecclesiae) durchführen, die besonders gegen Ketzer und den Sittenverfall der Kleriker vorging.

(Julian Leopold)

 

Externe Links:

 

http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Konzile_im_Lateran.htm

 

 http://www.fordham.edu/halsall/basis/lateran4.asp   Text der Beschlüsse (engl.)